Stockum und Heven: Klare Haltung zu Gewerbegebieten

Erdbeerfeld in Witten-Heven

Wahlplakat gegen GWB in Witten-Heven

Kein neues Gewerbegebiet in Heven!

Die WAZ fragte mich nach meiner Haltung zu den angedachten Gewerbegebieten in Witten-Stockum und Witten-Heven. Da die Antworten nur gekürzt gedruckt wurden, veröffentliche ich sie selbst in voller Länge.

Meine ungekürzten Antworten

WAZ: Unterstützen Sie die Einrichtung von interkommunalen Gewerbegebieten in Stockum und Heven – oder lehnen Sie diese ab.

Stefan Borggraefe: Ich lehne sie in beiden Fällen ab.

WAZ: Wie begründen Sie Ihre Haltung?

Stefan Borggraefe: Ich bewerte den Verlust an Lebensqualität und Natur höher als die zweifelhaften wirtschaftlichen Vorteile. Die Gebiete dienen der Naherholung und sie sind als regionale Grünzüge für das Stadtklima wichtig. Die Bodenqualität ist so gut, dass sie sich auch für den boomenden Markt der ökologischen Landwirtschaft eignet.

Bei diesen interkommunalen Gewerbeflächen würde die anfallende Gewerbesteuer auf mehrere Kommunen aufgeteilt, der Flächenverlust läge aber komplett in Wittener Gebiet. Die vorgeschriebenen Ausgleichsflächen werden dagegen irgendwo im EN-Kreis liegen und werden nicht die gleiche Qualität haben.

Wahlplakat gegen das geplante Gewerbegebiet in Witten-Stockum

Kein neues Gewerbegebiet in Stockum!

WAZ: Welcher Schritt sollte als nächster in dieser Angelegenheit unternommen werden?

Stefan Borggraefe: Ich und die Piraten-Fraktionen im Stadtrat und im Ruhrparlament werden den Vorgang weiter genau beobachten und gegen die Einrichtung dieser Gebiete Position beziehen. Die Bürgerinitiativen in Stockum und Heven sollten sich noch besser miteinander vernetzen und weiter kämpfen.

WAZ: Wo sollen gegebenenfalls an anderer Stelle Gewerbeflächen angeboten werden?

Stefan Borggraefe: Zunächst sollten bestehende Brachen wieder nutzbar gemacht werden. Beispiele dafür sind das Gebiet „Drei Könige“ und die ehemaligen Opel-Flächen, an denen sich Witten möglichst beteiligen sollte. Das Wickmann-Gelände sollte nicht länger blockiert werden. Wegen des vorhergesagten Bevölkerungsrückgangs auf 90.000 bis 2030* stelle ich den Bedarf an komplett neuen Gewerbeflächen in Frage.

*Quelle: Bertelsmann-Stiftung

Keine klare Positionierung bei anderen Kandidaten

Einerseits freue ich mich darüber, dass in diesem Wahlkampf endlich inhaltlich diskutiert wird. Andererseits ist es bestürzend, dass zwei Kandidaten trotzdem weiterhin die Wähler im Unklaren lassen und sich um eine eindeutige Positionierung herumdrücken.


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